Mit dem Hund auf den Berg ist eine feine Sache jedoch auch nur dann, wenn beide die richtigen Voraussetzungen dafür erfüllen. Damit es allerdings nicht nur für den Menschen sondern auch für den Hund ein Genuss ist, gilt es einiges zu beachten. 
 
Zu Anfang soll gesagt sein, dass es in erster Linie eine Frage des Alters ist so hat ein Welpe auf einem Berg nichts verloren. Erst wenn das Wachstum des Hundes abgeschlossen und sein Skelet ausgereift ist können größere Touren gegangen werden. Auch Hundesenioren sollten keine größeren Touren mehr unternehmen. Natürlich haben diese immer noch Freude am Berggehen und sollten auch noch mitgenommen werden, jedoch sollte man die Strecke bedacht auswählen und von längeren Touren Abstand nehmen. Nicht nur das Alter, sondern auch die Gesundheit des Hundes spielt eine wichtige Rolle wenn man vor hat die Gipfel zu erklimmen. Dass man einem kranken Hund keine Bergtouren zumutet versteht sich von selbst jedoch gibt es auch immer wieder kleinere Wehwechen die nicht gleich zu erkennen sind. Ein bisschen ziepen in den Gelenken, mit zunehmendem Alter eine auftretende Sehschwäche. Dies muss nicht heißen, dass man mit seinem Hund nicht mehr Berggehen kann, es muss nur wieder auf die richtige Dosis geachtet werden. Auch kann man bei Vorerkrankungen den Tierarzt zu Rate ziehen und mit diesem einen individuellen Trainingsplan erarbeiten. 
 
Das Berggehen mit dem Hund stellt sich manches Mal schwieriger dar als gedacht da die ausgeschriebenen Routen natürlich nicht für den Hund gedacht sind. Viele Steige sind so für Hunde, vor allem für kleinere Rassen unbezwingbar. Es empfiehlt sich hier im Vorfeld genau darüber zu informieren wie die Route aussieht und ob sie für den Hund gefahrenfrei zu überwinden ist. Auch können nicht nur Menschen unter Höhenangst leiden sondern auch Hunde. Man sollte daher unbedingt mit kleinen Touren beginnen um die Trittsicherheit des Hundes trainieren bevor man sich auf größere Gipfel vorwagt. Um dem Hund dies anzutrainieren muss man nicht zwingend auf den Berg. Es reicht ein Gelände mit ein paar Baumstämmen über die man ihn balancieren lässt, ein steilerer Abhang, den man mit ihm hochklettert. Den Hund beibringt von erhöhten Plätzen von ihrem gebückten Rücken abzuspringen, ihn auf Felsvorsprünge klettern lässt. Auch Bodenarbeit nach Linda Tellington Jones fördert das Körpergefühl des Hundes. Man sieht so schnell wie trittsicher der Hund ist und kann die Routen anpassen. Auch sollte man an die Kondition des Hundes denken die natürlich, wie auch die eigene erst trainiert werden muss. Ein Hund, der dreimal am Tag um den Häuserblock läuft wird kaum eine 5 Stunden Tour überstehen. Hier gilt also wieder klein anfangen und das Tempo sowie auch die Anforderungen langsam zu steigern. 

Wild
Alle Trittsicherheit des Hundes nützt allerdings nichts, wenn der Hund bei Wahrnehmung von Wild nichts mehr hört und sieht, sich selbst und seinen Menschen vergisst und auf Teufel komm raus versucht jedem Wild nachzustellen. Zum einen ist es natürlich verantwortungslos seinen Hund, der sich nicht zuverlässig von Wild abrufen lässt frei im Wald herumlaufen zu lassen und zum anderen kann dies für den Hund auch sehr gefährlich werden, wenn er in seinem Jagdrausch einen Hang übersieht und abstürzt. Soll heißen dass ein Hund, der jagdlich sehr ambitioniert ist nur an einer Schleppleine geführt werden sollte. Eine Schleppleine mitzuführen ist nicht nur deshalb von Nöten, es gibt viele gefährliche Passagen in denen der Hund gesichert werden sollte. Auf Steigen oder felsigem Untergrund allerdings musst der Hund auch in der Lage sein ohne Leine selbstständig zu agieren. Bewegungsfreiheit für Hund und Herrchen müssen in solchen Gebirgen sichergestellt sein. Auch muss der Vollständigkeit halber gesagt sein, dass nicht alle Jäger meine Meinung über das Gehen ohne Leine teilen. Deshalb ist es sinnvoll, sich – besonders in fremden Ländern, über die Jagdgesetze zu informieren.
 
Hitze
Die Sonneneinstrahlung ist ein weiteres Thema dem Beachtung geschenkt werden sollte. Man sollte für ausreichend Pausen in schattigen Plätzen sorgen. Zur Abkühlung des Hundes eignen sich super Bergseen oder Bäche – soweit vorhanden. Im Zweifelsfall sollte natürlich immer genügend Wasser für den Hund mit dabei sein, sowohl zum trinken als auch zur Abkühlung. Umschläge eignen sich dafür super (Handtücher getränkt in kaltem Wasser). Bei der Abkühlung des Hundes immer darauf achten, dass man bei den Pfoten beginnt und sich langsam an den Beinen des Hundes nach oben arbeitet. Ein Schwall kaltes Wasser von oben auf einen erhitzten Körper kann ungute Folgen für den Kreislauf haben.

Hütten
Wenn man eine Übernachtung auf einer Hütte bucht sollte man zuerst telefonisch nachfragen ob das Mitbringen von Hunden gestattet ist. Normalerweise ist dies kein Problem aber manche Hüttenwirte gibt es, die Hunde nicht gerne sehen. Auch sollte man nicht vergessen zu fragen ob der Hund mit ins Zimmer darf. Ich schreibe das deshalb, da viele Hüttenwirte Hunde zwar gestatten, diese aber in Zwinger vor der Hütte unterbringen wollen. 

Kühe
Ein ganz wichtiges Thema beim Berggehen sind Kühe. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen unguter Art zwischen Hunden und Kühen. Kühe, besonders unsozialisierte Bergkühe sehen den Hund als potentiellen Feind an. Mutterkühe, die Kälber haben genauso wie Leitkühe verteidigen so ihre Herde gegen den Hund. Ganz wichtig ist es also den Hund nah bei sich zu halten. Kühe haben einen natürlichen Respekt vor dem Menschen und werden so dem Hund nichts tun. Vermeiden sie es auf alle Fälle, dass der Hund bellend zu den Kühen läuft. Auch sollte vermieden werden, dass er überhaupt unangeleint bzw. sich weiter vom Besitzer entfernt.

Klettersteige
Um zum Thema Klettersteige Stellung nehmen zu können muss erst geklärt werden was man darunter versteht. Klettersteige, wie sie für Kletterer in den Büchern beschrieben werden sind für Hunde nicht zu überwinden da diese mehr mit Klettern als mit Steige zu tun haben. Normale Klettersteige (Jägersteige) sind jedoch mit ein bisschen Übung sehr gut für Hunde zu überwinden. In verschiedenen Bergführern kann man sich gut ein Bild von diesen Steigen machen, umso im Vorfeld einschätzen zu können ob dies das richtige für den Hund ist. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die Angaben in diesen Büchern für Menschen ausgerichtet sind. So ist ein Steig, der als leicht betitelt wird vielleicht für den Menschen leicht da viele Hürden mit Leitern versehen sind, dieser jedoch für den Hund überwindbar, da die wenigsten Hunde Leitern steigen können. Sofern ein Hund eine Stelle im Steig nicht überwinden kann sollte man umdrehen.
Was noch dringend erwähnt werden sollte ist ein gut konditioniertes Wort, welches dem Hund das Warten befiehlt. Dies ist besonders bei Steigen oder gefährlicheren Passagen sinnvoll um den Hund voraus zu schicken und ihm, in jeweils kleineren Abschnitten warten zu lassen um so sicher nachsteigen zu können. 

Die richtige Ausrüstung
Für das Berggehen, vor allem aber für Klettersteige ist ein gut sitzendes 5 Punkt Geschirr (!) unerlässlich. Mit einem normalen Geschirr ist es einem nicht möglich seinen Hund ausreichend abzusichern. Auch eine gute Flachband Schleppleine ist zu empfehlen sowie eine kurze Laufleine, die bei gefährlichen Stellen am eigenen Klettergurt befestigt werden kann. Auch gehört in jeden Rucksack ein erste Hilfe Set für den Hund. Desinfektionsmittel, Verband, Aludecke, Traumeel - Tabletten für Verstauchungen und Zerrungen und Bachblüten Notfallstropfen sollten nicht fehlen. 

Skitouren mit dem Hund
Der Organismus des Hundes ist auf kälte besser eingestellt wie der des Menschen, dennoch sollte man einiges beachten bei Hunde die keine Unterwolle besitzen. Hier gibt es wasserfeste und atmungsaktive Wärmeschutzwesten. Auch empfiehlt sich im Winter zwei Hundeschuhe mitzuführen. Es passiert viel schneller, dass sich der Hund im Schnee verletzt. Da man den Berg jedoch wieder runter muss wird ihm das so ungemein erleichtert. Auch sollte man an den richtigen Pfotenschutz bei Schnee denken. Ich habe mit Ballistol die besten Erfahrungen gemacht, dies gibt es als Animal jedoch ist das normale dasselbe nur günstiger ;)

Und was ist danach
Nach erfolgreicher Bergtour braucht der Hund vor allem Ruhe und hochwertiges Futter. Natürlich sollte der Hund auch während längerer Touren eine Kleinigkeit bekommen. Viele Rettungshundetrainer empfehlen auf langen Touren dem Hund Grammerl mitzunehmen. Diese sind sehr Fetthaltig und liefern schnelle Energie. 
  
Sofern man ein paar Regeln beachtet ist das Berggehen mit dem Hund die größte Freude die nicht nur dem Menschen Spaß macht.